Was ist Event Ticketing?
Event Ticketing bezeichnet den Prozess des Verkaufs von Eintrittskarten für eine Veranstaltung. Dieser Vorgang umfasst die Festlegung des Ticketpreises, die Auswahl der Vertriebswege und die Verwaltung der Gästedaten. Event Ticketing ist ein essenzieller Bestandteil der Eventplanung, da es nicht nur zur Deckung der Kosten beiträgt, sondern auch zur Steuerung der Besucherzahlen und Event-Qualität dient. Idealerweise löst du den Verkauf deiner Event Tickets über eine Event Ticketing Software.
Für welche Business Events eignet sich der Ticketverkauf?
Ein Ticketverkauf lohnt sich immer dann, wenn dein Event echten Mehrwert bietet – beispielsweise Wissen, Kontakte oder Zugang zu exklusiven Inhalten. Das gilt vor allem für Formate, die klar über Networking hinausgehen.
- Fachkonferenzen und Kongresse: Hier erwarten Teilnehmende hochwertige Inhalte, bekannte Speaker und ein kuratiertes Programm. Ein Ticketpreis unterstreicht den professionellen Anspruch und filtert die Zielgruppe.
- Workshops und Trainings: Wenn dein Event praxisnahes Know-how vermittelt, sind Teilnehmende bereit, für die Expertise zu zahlen – besonders bei kleinen Gruppen mit begrenzten Plätzen.
- Branchentreffen und Summits: Bei solchen Formaten geht es oft um Zugang zu Entscheiderinnen und Entscheidern. Der Preis spiegelt den exklusiven Rahmen wider.
- Hybrid- und Online-Events: Auch digitale Formate können kostenpflichtig sein, etwa wenn du hochwertige Inhalte anbietest oder den Zugang zeitlich verlängerst (z. B. On-Demand-Tickets).
Kein Ticketverkauf eignet sich bei reinen Networking-Events oder Community-Treffen ohne klare Inhalte. Hier ist der Nutzen schwer zu quantifizieren. Wenn du ein solches Event organisierst, kannst du stattdessen über Sponsoring oder Partnerschaften finanzieren.
Bezahlte Tickets für Business Events – warum B2B-Events etwas kosten dürfen
Business Events sind eine wertvolle Gelegenheit für Unternehmen und Fachleute, sich zu vernetzen, Wissen auszutauschen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschliessen. Gemäss einer aktuellen Befragung sind die Marketing-Budgets bei B2B-Unternehmen von 2024 auf 2025 um –3,1 % gesunken. Bezahlte B2B-Events können zu einer Entlastung des Marketing-Budgets beitragen. Kostenpflichtige Event Tickets tragen zudem dazu bei, die Qualität und den Erfolg von Events zu gewährleisten – von der Finanzierung erstklassiger Inhalte bis zur Sicherstellung hochwertiger Veranstaltungsorte.
- Exklusivität des Events steigern: Kostenpflichtige Tickets erhöhen den wahrgenommenen Wert des Events und schaffen ein Gefühl der Exklusivität. Teilnehmende, die bereit sind zu zahlen, sind oft engagierter und tragen zu einer hochwertigen Event-Atmosphäre bei.
- Compliance-Hürden reduzieren: Durch die Erhebung von Teilnahmegebühren können Compliance-Hürden gesenkt werden, insbesondere bei Teilnehmenden aus regulierten Branchen, die kostenlose Angebote möglicherweise ablehnen müssen.
- Refinanzierung von hochwertigen Event-Inhalten: Die Einnahmen aus Ticketverkäufen ermöglichen die Finanzierung erstklassiger Inhalte und Referierenden. Hochkarätige Präsentationen und Workshops sind teuer und erfordern entsprechende Mittel.
- Reduktion der No-Show-Rate: Kostenpflichtige Events haben in der Regel eine geringere No-Show-Rate. Teilnehmende, die für ein Ticket bezahlt haben, fühlen sich stärker verpflichtet, tatsächlich anwesend zu sein. Die konkreten Benchmarks zur No-Show-Rate findest du in unserem Artikel zu Event Marketing KPIs.
- Vorzugskonditionen für A-Kunden: Kostenpflichtige Events bieten die Möglichkeit, Vorzugskonditionen für wichtige Kunden oder Partner zu schaffen – beispielsweise durch Rabatte oder exklusive Zugangsmöglichkeiten.
- Sicherstellung hochwertiger Veranstaltungsorte: Durch Ticketverkäufe können hochwertige Locations gebucht werden, die eine angenehme und professionelle Umgebung bieten.
- Bessere Ressourcen für Marketing und Promotion: Mit den Einnahmen aus Ticketverkäufen können effektive Marketing- und Promotionsstrategien finanziert werden, um die Bekanntheit und Attraktivität des Events zu steigern.
- Erweiterte Gästeleistungen: Gebühren ermöglichen es den Veranstaltenden, zusätzliche Leistungen wie Event-Dokumentationen, Goodies, Zugang zu exklusiven Workshops oder Follow-up-Materialien anzubieten.
Preisstrategien – wie soll der Preis festgelegt werden?
Der Ticketpreis beeinflusst, wie dein Event wahrgenommen wird. Zu günstig wirkt schnell beliebig, zu teuer schreckt ab. Wichtig ist, wie du den Preis begründest und kommunizierst. Im B2B-Kontext zählt Transparenz – Teilnehmende wollen wissen, was sie für ihr Geld bekommen.
- Angebot und Nachfrage: Der Ticketpreis sollte im Einklang mit der Nachfrage nach dem Event stehen. Begehrte Events mit limitierten Plätzen können höhere Preise rechtfertigen, während bei weniger gefragten Events niedrigere Preise sinnvoller sind, um die Teilnahme zu fördern.
- Vergleich mit anderen Events: Ein Vergleich mit ähnlichen Events liefert wertvolle Einblicke in die angemessene Preisgestaltung. Betrachte die Preise im Kontext der gebotenen Inhalte und Leistungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und dennoch den wahrgenommenen Wert zu steigern.
- Preisbereitschaft in der Zielgruppe: Die Zahlungsbereitschaft der Zielgruppe spielt eine entscheidende Rolle. Durch Umfragen und direktes Feedback – zum Beispiel auf Social Media – kannst du erste Anhaltspunkte gewinnen.
- Kostendeckend kalkulieren: Teile die Gesamtkosten deiner Veranstaltung (Location, Catering, Technik, Personal) durch die erwartete Gästezahl. Berücksichtige dabei auch allfällige Zahlungskommissionen.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Preisfestlegung ist die Frage der Mehrwertsteuer. Welche Sätze bei B2B-Events in Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten und welche Umsatzschwellen relevant sind, erfährst du in unserem separaten Artikel: Alles zur Mehrwertsteuer beim Verkauf von Business Event Tickets.
Welche Ticketing-Modelle eignen sich für B2B-Events?
Es gibt mehrere bewährte Modelle, die du je nach Eventtyp einsetzen kannst:
- Early-Bird-Tickets: Günstigere Preise für frühe Buchungen. Das schafft Planungssicherheit und beschleunigt den Ticketverkauf.
- Standard- und Last-Minute-Preise: Nach der Early-Bird-Phase gilt der reguläre Preis. Wer spät bucht, zahlt einen Aufpreis – das erzeugt Verknappung.
- Gruppen- oder Team-Tickets: Ideal für Unternehmen, die mehrere Mitarbeitende schicken. Du erhöhst die Buchungszahl pro Firma.
- VIP- oder Premium-Tickets: Biete exklusive Vorteile wie Zugang zur Speaker Lounge, bessere Sitzplätze oder Networking-Dinner.
- Content-Zugang: Verkaufe zusätzlich digitale Tickets, um Sessions nachträglich abrufbar zu machen oder andere Inhalte wie E-Books von Referierenden zur Verfügung zu stellen.
Welche Strategie du wählst, hängt von deinem Ziel ab. Willst du schnell eine Grundauslastung erreichen? Dann nutze Early-Bird. Willst du den Umsatz pro Ticket steigern? Dann ergänze Premium-Optionen.
In welchem Zeitrahmen sollen welche Preisstrategien angewandt werden?
Ein vordefinierter Zeitplan sorgt für Struktur und steigert die Anzahl Ticketverkäufe:
Frühe Phase (6–9 Monate vor dem Event)
- Starte mit Early-Bird-Tickets.
- Kommuniziere ein festes Enddatum oder ein begrenztes Kontingent.
- Nutze den günstigen Preis als Aufhänger für den Launch.
Mittlere Phase (2–6 Monate vor dem Event)
- Schalte auf den Standardpreis um.
- Erhöhe die Sichtbarkeit mit gezielten Kampagnen und kommuniziere besondere Inhalte (z. B. Speaker-Ankündigungen).
- Biete Gruppenpreise an, um Buchungen aus Firmen zu fördern.
Letzte Phase (1 Monat bis wenige Tage vor dem Event)
- Je nach bisheriger Nachfrage: Preis erhöhen oder vergünstigte Last-Minute-Tickets einsetzen.
- Kommuniziere klar: „Nur noch wenige Plätze verfügbar."
- Nutze Premium-Tickets, um späte Buchende mit Zusatzwert zu überzeugen.
Zahlungsmethoden bei B2B-Events
Bei kostenpflichtigen B2B-Events kann generell zwischen zwei Zahlungsarten unterschieden werden: Bezahlung auf Rechnung und Online-Zahlung. Eine Barzahlung ist bei B2B-Events eher unüblich, da Unternehmen in der Regel keine physischen Vorverkaufsstellen betreiben.
Auswahlkriterien für die Zahlungsmethode
- Wer ist die Zielgruppe des Events?
- Welche Zahlungsmethoden sind innerhalb der Zielgruppe etabliert?
- Wie hoch ist der Ticketpreis – kann er übliche Kreditkartenlimiten überschreiten?
- Wer trägt das Risiko bei Zahlungsausfall?
- Ist der Event-Check-in ohne abgeschlossene Bezahlung auf Rechnung zulässig?
- Welcher administrative Aufwand fällt für die Verrechnung der Ticketeinnahmen an?
Vorteile der Online-Zahlung
- Schnelle Abwicklung: Zahlungseingang ist direkt bestätigt – weniger Verwaltungsaufwand, mehr Planungssicherheit.
- Weniger Zahlungsausfälle: Der Betrag wird direkt vorab gezahlt; Rechnungen können verspätet oder gar nicht beglichen werden.
- Automatisierung des Ticketversands: Nach erfolgreicher Zahlung kann das Ticket sofort versendet werden – ohne manuelle Prüfung.
- Globale Reichweite: Kreditkarten (Visa, Mastercard), Apple Pay, TWINT und PostFinance erleichtern auch internationalen Teilnehmenden den Ticketkauf und decken die wichtigsten Zahlungsmittel im DACH-Markt ab.
Nachteile der Online-Zahlung
- Transaktionsgebühren: Diese müssen entweder vom Veranstalter getragen oder auf Teilnehmende abgewälzt werden.
- Begrenzte Akzeptanz bei bestimmten Unternehmen: Einige Firmen bevorzugen aus buchhalterischen Gründen die Rechnung, besonders bei grösseren Beträgen.
Warum eine Kombination von Rechnung und Online-Zahlung oft nicht empfehlenswert ist
- Komplexer Verwaltungsaufwand: Zwei Zahlungsmethoden bedeuten doppelten Aufwand für Buchhaltung und Ticketabwicklung.
- Liquiditätsrisiko: Die Zahlung auf Rechnung birgt das Risiko von Zahlungsausfällen oder verspäteten Zahlungen.
- Verzögerte Ticketabwicklung: Bei Rechnungszahlungen müssen Tickets in der Regel manuell freigegeben werden.
DSGVO-konforme Zahlungsabwicklung beim Event Ticketing
Event Ticketing im B2B-Umfeld bedeutet nicht nur Ticketpreise festlegen und Zahlungen entgegennehmen, sondern auch sensible Zahlungs- und Personendaten DSGVO- und DSG-konform zu verarbeiten. Das ist ein Bereich, der bei kostenlosen oder generischen Ticketing-Lösungen häufig zu kurz kommt.
Konkret umfasst DSGVO-konformes Event Ticketing:
- Verschlüsselte Übertragung aller Zahlungsdaten via HTTPS/SSL
- Speicherung von Personendaten auf Servern innerhalb der EU oder der Schweiz
- Transparentes Einwilligungsmanagement bei der Buchung
- Möglichkeit zur Datenlöschung nach dem Event
Oniva erfüllt diese Anforderungen vollständig, ein wichtiger Vorteil gegenüber US-amerikanischen Plattformen wie Eventbrite, die ihre Daten primär auf amerikanischen Servern speichern. Mehr zu DSGVO-konformen Event Management Software im DACH-Raum findest du in unserem Vergleichsartikel.
Fazit
Ein durchdachtes Event Ticketing zahlt direkt auf den Erfolg deines Business Events ein. Der richtige Preis schafft Wert, die passende Strategie sorgt für Auslastung und die geeignete Zahlungsmethode reduziert Aufwand und Risiken. Wenn du Ticketing strategisch planst, sicherst du dir engagierte Teilnehmende, stabile Einnahmen und ein Event, das professionell wirkt – von der Buchung bis zum Check-in.
Alle Funktionen von Oniva für das Event Ticketing findest du auf der Event Ticketing Software-Seite.





